Warum betreiben wir Inklusion?

Ich bin Mitgründer von Strange Designs und habe seit meiner Jugend selbst mit psychischen Problemen zu kämpfen. Ich möchte helfen, dass Depression kein Tabuthema, Arbeit oft nicht mehr nur Kampf und Burn Out vielleicht irgendwann einfach gar kein Thema mehr sein muss.
Strange Kay & Billy - Warum Inklusion

Uns wird immer wieder die Frage gestellt, wieso wir diesen Weg eingegangen sind. Wieso uns das Thema Psyche und Inklusion so beschäftigt und was die wahre Geschichte hinter der Gründung von Strange Designs ist. Nun… wir könnten tatsächlich ein Buch darüber schreiben wieso wir uns entschieden haben mit unserer Agentur ein Zeichen zu setzen.

Psychische Erkrankungen sind in unserer Gesellschaft ein Tabuthema. Niemand spricht darüber, die wenigsten haben Verständnis dafür und was man nicht sehen kann ist ohnehin nicht da. Die Psyche ist einfach für viele Menschen nicht greifbar und somit nicht existent. “Wie, du bist krank? Sieht man dir gar nicht an”. Nun ja… leider laufen wir nicht mit Leuchtreklamen über unseren Köpfen auf denen fett unsere Psychische Erkrankung steht durch die Welt.

Unser Fokus liegt auf Langzeiterkrankungen.

Dies hat auch Billy erfahren. Er leidet seit Kindheitstagen unter mehreren psychischen Erkrankungen. Darunter chronische Depressionen, ängstlich-vermeidende Persönlichkeitsstörung und Sozialphobie. Nach dem Abschluss seines Studiums zum Medien- und Kommunikationsdesigner, pflegte er viele Jahre seine krebserkrankte Mutter. Der Tod seiner Mutter zog ihn in eine lange depressive Phase geprägt von Ängsten, Selbstzweifel und Selbstvorwürfen. Schlussendlich entschied er aus seiner geliebten Heimat nach Leipzig zu ziehen mit dem Gedanken: “Entweder ich schaffe es oder ich gehe beim Versuch drauf”. Unzählige Therapien folgten und zahlreiche Versuche zurück ins Arbeitsleben zu finden. Trotz Erkrankung gab er seine Liebe und Hingabe zu Design und Web niemals auf. Er arbeitete immer an neuen Projekte, bildete sich weiter und versuchte sein Portfolio für die Bewerbungen immer auf einem guten Stand zu halten.

2012 lernte er seinen jetzigen Mitgründer kennen. Aus einer Internetbekanntschaft wurde eine sehr sehr gute Freundschaft. Kay, sein Partner, sah lange zu wie Billy sich immer wieder bemühte einen Job zu finden, die nächste Therapie zu finden und seinen Alltag trotz Erkrankung zu meistern. Billy ging immer offen mit seiner Erkrankung um, weil er der Meinung war, dass sein zukünftiger Arbeitgeber das Recht habe darüber informiert zu sein. Spätestens wenn Kundengespräche anfallen würden, würde die Sache auffliegen. Panikattacken waren schließlich im Tagesprogramm mit enthalten.

Die erste Idee zum Unternehmen mit Konzept zu Inklusion entstand in Unterricht.

Trotz seiner Ehrlichkeit und den mehr als guten Referenzen, kamen immer wieder die gleichen Sprüche: “Sie wissen aber schon, dass unser Unternehmen nicht Barrierefrei ist?”, “Es tut uns leid, aber leider haben wir nicht die nötigen Mittel Sie in unserem Unternehmen zu betreuen”, “Es tut uns leid aber, wir haben uns für einen anderen Bewerber entschieden.”
Während seiner Reha wurde ihm geraten: “Sagen Sie beim Bewerbungsgespräch nicht, dass Sie krank sind!” Inklusion für psychische Erkrankte scheint selbst in 2021 immer noch kein all zu großes Thema zu sein. Kay, der selbst eine Ausbildung zum Erzieher angefangen hatte, beschloss bereits 2019 eine Umschulung zu machen und dem Ganzen ein Ende zu setzen. Während seiner Umschulung arbeitete er gemeinsam mit den Dozenten an der ersten Idee des Unternehmens.

“Ich kann nicht verstehen, wieso Menschen mit einer psychischen Erkrankung aus unserer Gesellschaft quasi ausgeschlossen werden, weil es keine Möglichkeiten für sie gibt auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Dabei ist ein Arbeitsplatz und Struktur ein wichtiger Schritt in Richtung Besserung.”

2021 dann endlich die Gründung.

Nach dem erfolgreichen Abschluss der Umschulung, gründeten beide das jetzige Unternehmen mit Inklusionskonzept. “Wir möchten zeigen, dass Menschen mit psychischen Erkrankungen am Arbeitsleben teilnehmen können.” Das Unternehmen möchte auch über diverse psychische Erkrankungen aufklären (dazu soll später das Projekt fckdepression.de entstehen) und Menschen ein Sprachrohr bieten. Auch interessierte Arbeitgeber sollen von dieser Erfahrung profitieren können, denn das Unternehmen steht immer für Fragen bereit und freut sich darüber, wenn auch andere Unternehmen ihre Konzepte zur Inklusion optimieren. “Es ist einfacher als man denkt. Man benötigt nur etwas Verständnis.”

Nun ja. Das war wohl die Kurzfassung darüber. Ok OK: Das Unternehmen entstand aus Liebe und Verzweiflung 😛 Aber wenn du bis hier gelesen hast, dann kennst du auch die ganze Story. Wenn du mehr über die Gründer und ihre persönliche Geschichten erfahren möchtest, dann abonniere doch unsere Social Media Kanäle. Wir informieren dich immer, sobald es einen neuen Beitrag gibt <3

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