Zwischen Selbstzweifel und Angst

Ich bin MitgrĂŒnder von Strange Designs und habe seit meiner Jugend selbst mit psychischen Problemen zu kĂ€mpfen. Ich möchte helfen, dass Depression kein Tabuthema, Arbeit oft nicht mehr nur Kampf und Burn Out vielleicht irgendwann einfach gar kein Thema mehr sein muss.
Bild: Zwischen Selbstzweifel und Angst

Zwischen Selbstzweifel und Angst ist vielen, die unter Depressionen und/oder weiteren psychischen Problemen leiden kein unbekanntes Umfeld. Wir reden hier nicht von ein bisschen SchĂŒchternheit oder Lampenfieber. Hier geht es um die Themen, die in einem betroffenem Menschen richtige Angst bis hin zur Panik auslösen. Neben dieser Angst seinen Berufsalltag in den Griff zu bekommen, stellt sich als wahre Herausforderung dar.

Ich, mĂ€nnlich, etwas alternativ gekleidet mit einem GdB 30 – mehrere psychische Probleme und MigrĂ€ne. Ich bin noch keine 40, habe aber leider 7 Jahre eine krankheitsbedingte Pause einlegen mĂŒssen. Ich habe studiert und wollte wirklich durchstarten. Aber schon im letzten Semester kurz vor meinem Abschluss bemerkte ich, dass es mir nicht mehr gut ging. Ich war mĂŒde. Von mir selbst und meinem Leben. Wie ich den Abschluss geschafft habe, weiß ich bis heute nicht.

Jetzt hatte ich zwar mein Studium beendet, aber hatte auch schon meinen Masterplan – im negativen Sinne. Die Tage vergingen, meine Depression wurde schlimmer. Ich redete mir ein, dass ich das alles alleine schaffe. Dem war aber nicht so.

Ich brauchte und suchte mir professionelle Hilfe.

Ich habe ehrenamtlich in meiner Freizeit Aufgaben ĂŒbernommen, so dass ich meinen Beruf nicht ganz verlerne. Aber:

…ich bin psychisch krank: ich habe Angst vor Menschen. 

Bin in einer neuen Umgebung sehr passiv und introvertiert. Ich habe zu hohe Erwartungen an mich selbst und muss lernen mit diesem krankhaften Perfektionismus umgehen zu können. NatĂŒrlich steht mir weder das – noch mein Können auf die Stirn geschrieben. Inzwischen versuche ich in meinen Beruf zurĂŒck kehren zu können.

Ich habe gute Bewerbungen geschrieben, hatte VorstellungsgesprÀche, wo ich meine Probleme angesprochen habe. Meist war es dann auch das Letzte, was Thema in einem solchen GesprÀch war und ich habe danach nie wieder etwas gehört.

In meiner beruflichen Reha konnte ich dennoch zwei Praktika machen, in denen ich meine Belastbarkeit prĂŒfen konnte – aber alleine bin ich einfach nicht aus mir heraus gekommen. Und so endete ich wieder da, wo ich immer landete: Zuhause ohne Job. Meine Selbstzweifel bestĂ€tigten natĂŒrlich mein Versagen und so endete ich wieder in meinem Teufelskreislauf.

Bis ich erneut in den 2. Betrieb kam, wo ein Freund nach mir ein Praktikum machte. Ich erhielt die Chance – auf seine Empfehlung – noch einmal zeigen zu können, was ich kann.

Alles was es braucht ist nur eine Chance!

Und ich verblĂŒffte mit meinem Können und schnellen Auffassungsvermögen. Ich durfte mein Praktikum wiederholen. Immer wieder zeigen, was ich noch alles so konnte. Jetzt habe ich dort ein Jobangebot und kann bald anfangen.

Fazit: Ohne die Hilfe meines Freundes hÀtte ich es wohl nicht geschafft, einen Job zu finden. Dort wissen alle um mein Problem und es gibt jetzt jemanden, der sich Zeit nimmt, wenn es mir mal nicht so gut geht.

Der Betrieb hat sich  darauf eingestellt, auch Menschen mit Krankheiten einzustellen, die man nicht gleich sehen kann. Sie sind sich der Probleme bewusst und können darauf eingehen, wenn mal jemand ausfĂ€llt oder akzeptieren fĂŒr diese Tage auch Home Office.

Wenn Du dich fĂŒr Dein Unternehmen fĂŒr Tipps interessierst, wie Du Inklusion schaffen kannst:

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